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Achtbeiniges Pferd Sleipnir mit Reiter Odin, Motiv im Stil der Gotland-Bildsteine
·7 Min Lesezeit · 4,5 (23) ·4 Kommentare

Sleipnir: Odins achtbeiniges Ross der Sagen

Sleipnir, Odins achtbeiniges Pferd: Kind Lokis und Svadilfaris, Reittier zwischen den Welten und bis nach Hel. Mythos, Quellen und Bildstein-Belege im Faktencheck.

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Sleipnir: das beste aller Pferde

Wenn die Quellen der nordischen Überlieferung von einem einzigen, herausragenden Pferd sprechen, dann von diesem: Sleipnir, dem achtbeinigen Hengst Odins. In der „Grímnismál”, einem Lied der Lieder-Edda, heißt es sinngemäß, so wie Odin der Beste unter den Asen sei, sei Sleipnir der Beste unter den Pferden. Diese Spitzenstellung zieht sich durch nahezu alle Texte, in denen das Tier auftaucht. Sleipnir ist kein gewöhnliches Reittier, sondern ein Wesen, das Grenzen überwindet — die zwischen Ländern ebenso wie die zwischen den Welten.

Der Name selbst gibt einen Hinweis auf sein Wesen. Sprachwissenschaftlich wird „Sleipnir” meist mit „der Gleitende” oder „der Schlüpfrige” gedeutet, abgeleitet von einer altnordischen Wurzel für gleiten und rutschen. Der Name beschreibt also weniger eine Eigenschaft des Aussehens als eine Bewegung: das mühelose, schnelle Gleiten über jeden Untergrund.

Achtbeiniges Pferd Sleipnir mit Reiter Odin, Motiv im Stil der Gotland-Bildsteine

Eine sehr ungewöhnliche Abstammung

Die Herkunft Sleipnirs gehört zu den eigenwilligsten Episoden der nordischen Mythologie. Sie steht in der „Gylfaginning”, dem ersten Hauptteil der Prosa-Edda, die im 13. Jahrhundert dem Isländer Snorri Sturluson zugeschrieben wird.

Erzählt wird dort die Geschichte vom Bau der Mauer um Asgard. Ein namenloser Baumeister — später entpuppt er sich als Riese — bietet den Göttern an, ihnen eine schützende Befestigung gegen die Bergriesen und Reifriesen zu errichten. Sein Preis: die Göttin Freyja sowie Sonne und Mond. Die Götter willigen unter einer scheinbar unerfüllbaren Bedingung ein: Die Arbeit müsse in einem einzigen Winter fertig werden, und helfen dürfe ihm allein sein Hengst Svadilfari.

Als sich abzeichnet, dass der Baumeister es tatsächlich schaffen könnte, greift Loki ein. Er verwandelt sich in eine Stute, lockt den Hengst Svadilfari von der Baustelle weg — und die Mauer bleibt unvollendet. Aus dieser Verbindung gebiert Loki später ein graues Fohlen mit acht Beinen: Sleipnir, das laut Edda „beste Pferd unter Göttern und Menschen”. Loki ist damit zugleich Vater und Mutter dieses Tieres, was seine ambivalente, grenzenüberschreitende Natur unterstreicht. Odin nimmt das außergewöhnliche Ross schließlich als sein eigenes an.

Der Reiter zwischen den Welten — bis nach Hel

Die acht Beine sind das auffälligste Merkmal Sleipnirs, und sie haben eine Funktion: Sie stehen für eine Schnelligkeit und Beweglichkeit, die kein normales Pferd erreicht. Mit Sleipnir durchquert Odin die Welten der nordischen Kosmologie. Besonders eindrücklich ist eine Szene aus der „Gylfaginning”: Nach dem Tod des Gottes Baldr reitet der Bote Hermód auf Sleipnir, um Baldr aus dem Totenreich zurückzuholen. Neun Nächte lang geht es durch tiefe, dunkle Täler, bis Hermód den Fluss Gjöll und schließlich das Tor zu Hel erreicht. Dort vollbringt Sleipnir eine Tat, die kein anderes Pferd könnte: Er springt so kraftvoll über das Gitter, dass er es nicht einmal berührt.

Diese Episode macht deutlich, warum Sleipnir mehr ist als ein schnelles Reittier. Geboren aus zwei übernatürlichen Wesen, bewegt er sich frei zwischen der Welt der Lebenden und der Welt der Toten. Er ist die Brücke Odins zu jenen Orten, die anderen verschlossen bleiben.

Mythos und Wahrheit: ein nüchterner Blick

Bei einem so populären Motiv lohnt es sich, Überlieferung und gesicherte Forschung zu trennen.

Verbreitete AnnahmeWas die Quellen wirklich sagen
Sleipnir ist eine moderne Fantasy-ErfindungNein — er ist in der Lieder-Edda und der Prosa-Edda fest verankert und vermutlich deutlich älter.
Die acht Beine sind nur SymbolikDie Texte beschreiben sie wörtlich; ihre tiefere Bedeutung ist und bleibt Deutungssache.
Sleipnir trägt nur OdinAuch Hermód reitet ihn auf dem Weg nach Hel.
Es gibt zeitgenössische Bilder davonAchtbeinige Pferde auf Gotland-Bildsteinen werden von den meisten Fachleuten als Sleipnir gedeutet — sicher belegt ist die Gleichsetzung aber nicht.

Gerade der letzte Punkt verdient Ehrlichkeit: Die schriftlichen Edda-Quellen stammen aus dem 13. Jahrhundert und damit aus christlicher Zeit, lange nach dem Ende des heidnischen Kults. Was davon altes Erbe ist und was Snorris ordnende Hand, lässt sich nicht immer trennscharf sagen.

Steingewordene Belege: die Bildsteine von Gotland

Es gibt jedoch ältere, bildliche Hinweise. Auf der schwedischen Insel Gotland fanden sich Bildsteine, die ein Pferd mit acht Beinen zeigen — und damit aus der heidnischen Zeit selbst stammen. Zwei sind besonders berühmt:

  • Der Bildstein von Tjängvide (Alskog, Gotland), entdeckt 1844 und heute im Historischen Museum in Stockholm. Im oberen Feld reitet eine kleine Gestalt auf einem großen, achtbeinigen Pferd; eine Frau reicht ihm ein Trinkhorn — eine Szene, die häufig als Ankunft in Walhall gedeutet wird.
  • Der Bildstein Ardre VIII, einer der größten und bekanntesten Steine, der mehrere mythologische Szenen vereint und ebenfalls einen Reiter auf einem achtbeinigen Ross zeigt.

Beide Steine werden in die Wikingerzeit datiert, mit Schwerpunkt etwa im 8. bis 9. Jahrhundert. Die meisten Forschenden lesen das achtbeinige Pferd als Sleipnir und den Reiter als Odin. Damit ist die Figur mehrere Jahrhunderte älter belegt als die schriftlichen Edda-Texte — ein seltener Fall, in dem Bild und spätere Erzählung erstaunlich gut zusammenpassen, auch wenn die Gleichsetzung eine begründete Deutung und kein endgültiger Beweis bleibt.

Sleipnir wird übrigens nicht nur in der Prosa-Edda erwähnt, sondern erscheint auch in mehreren Liedern der Lieder-Edda, darunter „Sigrdrífumál” und „Baldrs draumar”. Eine Rätselszene in der „Hervarar saga” spielt ebenfalls auf ihn an: Wer reitet auf einem Pferd mit acht Beinen? Die Antwort: Odin auf Sleipnir.

Vom Bildstein auf den Stoff

Dieses Motiv — der Reiter, der mühelos zwischen den Welten gleitet — hat über tausend Jahre nichts von seiner Kraft verloren. Genau solche Bilder greifen wir bei North Legendary® auf und übersetzen sie in tragbare Form. Unsere Sleipnir-Designs entstehen als nordisch inspirierte Streetwear, die das achtbeinige Ross in eine klare, moderne Gestaltung bringt — etwa als Sleipnir · Achtbeiner für Herren oder als Sleipnir · Weltenbrücke im Damenschnitt.

Damit das Motiv so brillant bleibt wie die Idee dahinter, drucken wir in Deutschland im DTG-Direktdruckverfahren. Dabei wird die Farbe direkt und tief in die Faser eingebracht, was feine Linien — wie die acht Beine — scharf und die Farben langlebig macht. Die verwendeten Textilien sind OEKO-TEX®-zertifiziert, also auf Schadstoffe geprüft. Wer das Thema lieber als wärmere Variante trägt, findet es im Sleipnir · Weltenross als Zipper; einen Überblick über das gesamte Sortiment geben die Bereiche Herren und Damen.

Wenn du tiefer in die Welt hinter dem Ross eintauchen willst, lohnt der Blick auf seinen Reiter: In unserem Beitrag über Odin, den Allvater erfährst du, warum gerade er ein Pferd brauchte, das jede Grenze überwindet.

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Quellen

Häufige Fragen

Das fragen sich viele.

Wer war Sleipnir in der nordischen Mythologie?

Sleipnir ist das achtbeinige Pferd des Gottes Odin und gilt in den Edda-Texten als das beste aller Pferde. Er trägt seinen Reiter mit außergewöhnlicher Schnelligkeit über alle Welten der nordischen Kosmologie hinweg, einschließlich des Weges ins Totenreich.

Warum hat Sleipnir acht Beine?

Die acht Beine sind in den Quellen wörtlich beschrieben und stehen für überragende Schnelligkeit und Beweglichkeit. Welche tiefere Bedeutung dahintersteckt, ist nicht eindeutig überliefert und bleibt Gegenstand wissenschaftlicher Deutung.

Wer sind Sleipnirs Eltern?

Laut der Prosa-Edda gebar Loki Sleipnir, nachdem er sich in eine Stute verwandelt und den Hengst Svadilfari von der Baustelle der Asgard-Mauer weggelockt hatte. Loki ist damit zugleich Mutter, Svadilfari der Vater.

Ritt Odin als Einziger auf Sleipnir?

Nein. In der Prosa-Edda reitet auch der Bote Hermód auf Sleipnir, um Baldr aus dem Totenreich Hel zurückzuholen. Dabei überspringt das Pferd das Tor zu Hel, ohne es zu berühren.

Gibt es archäologische Belege für Sleipnir?

Auf den Gotland-Bildsteinen von Tjängvide und Ardre VIII ist ein achtbeiniges Pferd mit Reiter dargestellt, datiert in die Wikingerzeit. Die meisten Fachleute deuten dies als Sleipnir und Odin, eine sichere Gleichsetzung ist es jedoch nicht.

Trage die Legende

In unseren Designs.

Dieses Motiv gibt es bei North Legendary® – in Deutschland bedruckt, OEKO-TEX® zertifiziert.

Sippe sagt

Bewertungen & Kommentare

4,5 23 Bewertungen
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Greta

Sachlich, fundiert, gut lesbar – Respekt für die Recherche.

Mareike

Trage das Motiv selbst und wusste die halbe Geschichte dahinter gar nicht. Danke dafür!

Nele

Habe den Artikel meiner ganzen Sippe geschickt. Die Verbindung von Sleipnir mit dem Druckverfahren und der Herkunft der Textilien fand ich erst ungewöhnlich, aber es passt – Geschichte, die man tragen kann. Gut recherchiert, gut geschrieben, gerne mehr davon.

Maja

Qualität merkt man auch an den Shirts – und die Story dazu macht es rund.

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